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Einzug ins digitale Zeitalter

Digitale Kommunikationstechnik ist in unserer heutigen Welt weitverbreitet und wenn man bloß an sein Mobiltelefon denkt, ist sie für die meisten schon nicht mehr wegzudenken. Sie gehört schon seit langem zum Stand der Technik – aber bei der Feuerwehr? Hier hat man sie bislang vergeblich gesucht. Feuerwehrkameraden sprechen auf unverschlüsselten analogen Funkkanälen mit der Leitstelle und miteinander und werden auch darüber alarmiert.

Schon vor einigen Jahren begannen die Planungen in der Bundesrepublik, ein digitales Sprechfunknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu errichten. Auch im Landkreis Wesermarsch und der Stadt Nordenham liefen die Planungen auf Hochtouren, sodass die Jahre 2012 und 2013 nahezu ganz im Zeichen der neuen Technik standen.

Im Bereich Sprechfunk war nach der Einführung der neuen Funkrufnamen (operativ-taktische Adressen, OPTA), in Verbindung mit der Umstellung auf die Großleitstelle in Oldenburg, im Sommer 2012 ein wesentlicher Schritt vollzogen. Im Frühjahr 2013 wurden dann die ersten Fahrzeuge mit den neu beschafften Digitalfunkgeräten ausgestattet.

Insgesamt schaffte die Stadt Nordenham folgende Geräte an:

  • 62 HRT (tragbare Geräte für Führungskräfte und Fahrzeugbesatzungen)
  • 29 MRT (fest in Fahrzeuge eingebaute Geräte)

Diese Investition war aus Sicht der Feuerwehr auch dringend erforderlich, da die inzwischen veraltete Analogtechnik zunehmend ihren Dienst versagte.

Die Kameraden mussten jedoch erst lernen, wie die neue Technik zu bedienen ist. Der Landkreis bietet hierzu sog. Updateschulungen an, bei denen die Kameraden in neun Stunden die zahlreichen Vorteile des Digitalfunks kennen und anwenden lernen. Dort ist die Anzahl der Plätze jedoch sehr begrenzt. Damit die Nordenhamer Feuerwehren schnell den Umgang erlernen konnten, engagierte sich die Nachrichtengruppe. Sie erarbeitete ein Konzept, mit dem sie die grundlegenden Kenntnisse zur Nutzung der neuen Geräte vermittelte. Die Ausbildung war darauf ausgerichtet, das Wissen an einem Dienstabend zu vermitteln und praktisch zu erproben. Insgesamt schulte die Nachrichtengruppe in fünf Diensten 134 Mitglieder und stellte eine Kurzanleitung bereit. Zusätzlich organisierte sie noch eine gemeinsame Funkübung aller Ortsfeuerwehren.

 

Im kommenden Jahr soll auch die analoge durch eine digitale Alarmierung komplett ersetzt werden. Bereits im letzten Jahr begann die Errichtung des notwendigen Funknetzes. Durch die fehlende Anbindung anderer Landkreise an die Leitstelle in Oldenburg verzögert sich die Einführung im Landkreis Wesermarsch jedoch.

Analoger Funkmeldeempfänger „Bosch FME 88S“ (Quelle: emmerl.de) Digitaler Meldeempfänger „Swissphone BOSS 915“ (Quelle: swissphone.com)

Die neuen digitalen Meldeempfänger ermöglichen eine selektivere und großflächigere Alarmierung der Einsatzkräfte. So können diese in verschiedene Gruppen z.B. Atemschutzgeräteträger eingeteilt und entsprechend nach Bedarf alarmiert werden. Das flächendeckende Netz erlaubt nach seiner Fertigstellung, dass die Kameraden im Gebiet der Großleitstelle Oldenburg überall erreicht werden können. Bislang war dies innerhalb der Grenzen des Landkreises gegeben.

Bei einer Alarmierung sendet die Leitstelle bislang noch eine einmalige Sprachdurchsage, deren Verständlichkeit vom Empfang und den Umgebungsgeräuschen maßgeblich abhängt. Mit den digitalen Meldeempfängern im Pagerformat erhalten die Einsatzkräfte zukünftig eine detaillierte Textmeldung, in der sie die Informationen beliebig oft nachlesen können.

In diesem Bereich plant die Stadt Nordenham in diesem Jahr 186 neue Melder zu beschaffen. Weitere sollen 2014 folgen. Auch hier haben die bisher im Einsatz befindlichen Geräte ihre Lebensdauer erreicht, sodass häufige Ausfälle zu verzeichnen sind.

Insgesamt stellt die einmalige Umrüstung für die Stadt vor hohe Kosten. Allerdings sind die digitalen Meldeempfänger und Funkgeräte deutlich günstiger als analoge Geräte und bieten den Einsatzkräften signifikante Vorteile. Zudem erfolgt die Anschaffung im Verbund mit anderen Städten und Gemeinden des Landkreises, sodass man die Kosten stark minderen konnte.