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Größbrände, Ölspuren, Beförderungen und Ehrungen …

… waren nur einige der Themen auf der diesjährigen Sitzungs des Stadtkommandos. Sie fand am Freitagabend in der Nordenhamer Feuerwache zusammen mit zahlreichen Gästen aus Feuerwehr, Politik und Verwaltung statt.

Neben dem Stadtbrandmeister Ralf Hoyer informierten hier auch die Ortsbrandmeister und Stadtfachwarte darüber, was im vergangen Jahr alles bei der Feuerwehr geleistet wurde. Allerdings wurden auch Themen angesprochen, wo das Handeln von Rat und Verwaltung gefragt ist.

In diesem Jahr mussten die sieben Ortsfeuerwehren zu über 170 Einsätze ausrücken um diese abzuarbeiten. Glücklicherweise waren nur zwei Verkehrsunfälle zu verzeichnen, bei denen keine eingeklemmten Personen befreit werden mussten. Dafür waren die Wehren bei drei Großbränden gefordert. Ein Dachstuhl in Einswarden brannte kurz nach der Alarmierung bereits so stark, dass die Flammen durch die Dachhaut gebrochen waren und drohten sich auf den weiteren Dachstuhl und dort gelagerte Hölzer überzugreifen. Zu einem weiteren Großbrand kam es einen Monat später in Nordenham. Dort brannte ein Wohnungsraum komplett aus, indem sich vorher noch ein Kind befunden hatte. Dieses wachte vom Brand auf und konnte das Zimmer noch rechtzeitig verlassen. Der Junge und seine Eltern wurden mit leichter Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus gebracht. Die Wohnung wurde durch den Rauch stark beschädigt.

Bei diesen Einsätzen konnte sich die neue Drehleiter in der Brandbekämpfung bewähren. Die Unterstützung des Rettungsdienstes insb. für die Rettung schwergewichtiger Patienten stellt allerdings den Schwerpunkt des Einsatzgeschehens dar. Hier wurde die Drehleiter bereits mehrfach angefordert und erfolgreich eingesetzt.

Bei einem Schwelbrand in Blexen war es dem beherzten Eingreifen von zwei Mitbewohnern des Hauses zu verdanken, dass eine Person zügig aus ihrer stark verrauchten Wohnung gerettet werden konnte. Der Brand einer Matratze hatte die Rauchentwicklung verursacht, dieser erlosch jedoch glücklicherweise aufgrund von Sauerstoffmangel selbstständig.

Als besondere Belastung für die Kameraden und ihre Arbeitgeber haben sich Ölspuren herausgestellt. Bereits über 30 mal mussten die Kameraden für derartige Umweltschutzeinsätze ausrücken. Besonders problematisch ist dabei die Einsatzlänge, da sie Ölspuren sich oft über mehrere Kilometer erstrecken. Die Akzeptanz der Arbeitgeber soll nicht länger dafür eingefordert werden, dass ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit zu langandauernden Straßenreinigungsaktionen herangezogen werden müssen. Der städtische Bauhof könnte zukünftig diese Aufgabe übernehmen, sodass die Feuerwehr nur noch bei Umweltgefährdungen hinzugezogen werden müsste.

Im Bereich der Technik gab es 2016 einige Neuerungen. Ein neuer hydraulischer Rettungssatz mit Rettungsschere und Spreizer konnte kürzlich ausgeliefert werden, der nun den Ansprüchen für moderne Fahrzeuge genügt. In der Beschaffung sind auch neue Fahrzeuge. Die Ortsfeuerwehr Blexen soll Anfang 2017, ebenso wie die Ortsfeuerwehr Schweewarden 2018, mit einem neuen schlagkräftigen Mittleren Löschfahrzeug (MLF) ausgestattet werden. Auch das Wechselladerfahrzeug in Nordenham hat seine Altersgrenze erreicht und soll schnellstmöglich durch ein gutes Gebrauchtfahrzeug ersetzt werden.

Mit den Mitgliederzahlen zeigt sich der Stadtbrandmeister zufrieden. Insgesamt sind 361 Kameraden Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr Nordenham zu verzeichnen. Davon sind 54 in den drei Kinderfeuerwehren und 55 Mitglieder in den drei Jugendfeuerwehren tätig. 56 Mitglieder zählt die Altersabteilung und 196 Mitglieder stehen als Aktive dem Einsatzdienst zur Verfügung.

Weitere Berichte gab es von den Ortsbrandmeistern und Stadtfachwarten. Beispielsweise wurden 22 junge Feuerwehrleute im Lehrgang „Truppmann Teil 1“ ausgebildet. Allerdings wird allseits angemerkt, dass nicht ausreichende Lehrgangsplätze in weiterführenden Lehrgängen für die motivierten Kameraden zur Verfügung stehen. Erfreulich hingegen ist das hohe Interesse an der Feuerwehr. Der Tag der Jugendabteilungen in Nordenham wurde von mehreren hundert Interessierten besucht und die Homepage zählte in den letzten zwölf Monaten etwa 55.500 Besucher.

Sehr zufrieden mit der Leistung der Nordenhamer Feuerwehr zeigten sich die Gäste. Bürgermeister Carsten Seyfarth sieht das gezeigte Engagement der städtischen Feuerwehren und ihre hohe Verlässlichkeit nicht als Selbstverständlichkeit an. Der Kreisbrandmeister hob besonders die Arbeit der Jugendfeuerwehrbetreuer hervor, wie z.B. bei einem Zeltlager, bei einer Woche Dauerregen noch für gute Stimmung unter den Jugendlichen zu sorgen, ist eine Spitzenleistung.

Stadbrandmeister Ralf Hoyer, Mario Sarrazin, Bürgermeister Carsten Seyfarth, Jürgen Bühring, stellv. Stadtbrandmeister Detlef Ukena und Kreisbrandmeister Heiko Basshusen

Zum Ende der Sitzung standen noch Ehrungen und Beförderungen an. Stadtschrift- und Pressewart Mario Sarrazin, der während der Sitzung bekannt gegeben hatte, dass er im Februar Nordenham verlässt, wurde die Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Wesermarsch verliehen. Laut dem Stadtbrandmeister habe er die Feuerwehr nach außen hin würdig vertreten und eine außerordentlich gute Pressearbeit geleistet. Außerdem wurde der Abbehauser Ortsbrandmeister Jürgen Bühring zum Brandmeister befördert. Er ist in besonderer Weise mit der Jugendfeuerwehr verbunden. Nach drei Jahren als stellv. Jugendfeuerwehrwart, war er anschließend für weitere drei Jahre als Stadtjugendfeuerwehrwart auf sämtlichen Veranstaltungen präsent. Nun ist er seit fast zwei Jahren Ortsbrandmeister.

Zum Abschluss der Sitzung galt der besondere Dank des Stadtbrandmeisters dem Rat und der Verwaltung für die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders mit dem Amtsleiter für Ordnung und Soziales Rudi Müller hat sich in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit einwickelt, die auch bei einer schwierigen Haushaltslage einiges für die Feuerwehr ermöglicht hat.


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